Pro Arbeit sozial 10. und 11. 3. 2020

Arbeit für alle – Der Mensch als Maß der Dinge
Arbeit für alle – durch sozialen Arbeitsmarkt?


Arbeitslosigkeit, besonders Langzeitarbeitslosigkeit, grenzt Menschen aus und macht krank; Arbeit dagegen ermöglicht, an der Gesellschaft teilzunehmen und den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Das ist nicht nur die Erfahrung Betroffener, sondern auch durch viele Studien belegt. Wird die Arbeit am Einzelnen mit seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten ausgerichtet, kann sich ihre integrative Kraft am besten entfalten. Die Arbeitsmarktpolitik muss deshalb den einzelnen Menschen zum Maßstab nehmen, doch die Realität sieht oft anders aus: Geschaut wird oft nur darauf, die Arbeitslosenzahlen zu senken und Arbeits- oder Maßnahmenplätze zu besetzen. Das wird sich bei einer schwächelnden Konjunktur noch verstärken. Menschen, die weniger qualifiziert oder noch nicht so lange im Betrieb sind, gehören in der Regel zu den ersten, die entlassen werden. Gering Qualifizierte und Langzeitarbeitslose haben dann noch weniger Chancen auf einen regulären Arbeitsplatz oder eine Beschäftigung, die ihren Fähigkeiten und Interessen entspricht.

Mit dem „Teilhabechancengesetz“ (SGB II, §16i) hat die Politik nun ein Instrument geschaffen, das Langzeitarbeitslose fördern soll und mit dem sinnstiftende Beschäftigung am Markt umgesetzt werden kann. Zudem sind die Maßnahmen langfristig angelegt. Die Frage der Umsetzung von „§16i‘‘ wird der Schwerpunkt der diesjährigen Pro Arbeit Sozial sein. Was kann er leisten, wo liegen die Probleme und welche Unterstützungsmaßnahmen brauchen die Menschen, die das „Teilhabechancengesetz“ nutzen? Wie kann man die Möglichkeit der arbeitsmarktnahen Beschäftigung nutzen? Ein zweiter Schwerpunkt ist der Blick auf spezielle Zielgruppen, wie psychisch kranke, wohnungslose oder geflüchtete Menschen. Wie kann hier die Integration in Arbeit gelingen und was kann sie bewirken? Die Veranstalter laden wieder alle Interessierten ein, mit Vertreter/-innen aus den Bereichen Politik, Jobcenter, Hilfesystem und Wissenschaft ins Gespräch zu kommen und über die Perspektiven in der Arbeitsmarktpolitik zu diskutieren.